Projekte


Ohne Titel, Gobelin-Dreiecke (1996)

Wandgestaltung - Stadt Salzburg

Standort

Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg

Standort:
Müllner Hauptstraße 48 48
5020 Salzburg


Architektur

Uniklinikum Salzburg, Campus LKH, Haus G, Urologie, Eingang G 6, DG, Seminarraum

Künstler_in

Gisela Eder

*1937 in Sorau/Mark Brandenburg (heute Polen); Textilkünstlerin (Autodidaktin). Sie lebt und arbeitet seit 1975 in Salzburg.

Projekt

Für den neuen Seminarraum der Urologie schuf Gisela Eder eine siebenteilige Wandgestaltung, bestehend aus rhythmisch nebeneinander gruppierten Gobelin-Dreiecken: 3+2+2=7. Der Wand entlang gereiht, korngelb mit zartgrünen Verästelungen, braunen, roten Adern und Baumstrukturen mit flammenden Einsprengseln sind sie voll organischer Naturformen: gestaltet – gewachsen – gewebt – verdichtet zum Gewebe, zum Dreieck, das oben im dreidimensionalen Halbrund aufgehängt ist und nach unten spitz zulaufend herabhängt.

Anna-Maria Eder

Text und Textil haben im Lateinischem die gleiche Wurzel. Leben ist für mich Weben und Lesen, das eine die materialisierte Form des anderen im textilen Material. Es kommt mir auf das Tun am Webstuhl an, daraus ergeben sich begehbare Wege in die Welt, Text beinhaltet auch das Lernen neuer Sprachen, die von nur kleinen Völkern gesprochen werden, sie ermöglichen mir (auf Reisen) Kontakte mit noch archaischen Lebenswelten. Für meine Webarbeiten verwende ich Naturhanf. Das weiche Material wird beim Webvorgang so geformt das ein festes Geflecht entsteht, das beansprucht werden kann, Schutz bietet … Wiederstand leistet – darauf kommt es an. Es steckt in der Arbeit mit dem Material und der gewählten Technik eine Form von Wiederstand gegen heute gängige Lebensmuster.

Gisela Eder

Gisela Eder gestaltete für den Seminarraum sieben Textilobjekte, deren ornamentale Oberflächenstrukturen an organische Naturformen erinnern. Eder bezieht sich auf die etymologische Verbindung von Text und Textil im lateinischen Wort „texere“ und greift dessen Bedeutung von zusammenfügen und weben für ihre künstlerische Praxis auf. Die halbrunden, trichterförmig gewebten Objekte verweisen über die Widerstandsfähigkeit des Materials und durch die in der Webtechnik
entstandene Substanzverdichtung auf widerständige Handlungsformen, die sich normativen Lebensmustern widersetzen.

Sabine Winkler, Begegnungen mit Kunst, Campus LKH, Nr. 09


Technik

  • Sieben Gobelin-Dreiecke

Vergabe

Direktvergabe